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Kleid@Night – Faire Woche 2026

Allgemein,  Nachhaltigkeit,  Umweltbildung

Eine Kleidertauschparty mit besonderer Location, kleinem Rahmenprogramm, mit Ausstellung zu Fast Fashion, Repairstation, foodsharing Verpflegung, Drinks und Austauschmöglichkeit zu nachhaltigem Modekonsum.

Foto von der Kleidertauschparty "Kleid@Night" während der Fairen Woche

Im Rahmen der Fairen Woche 2026 haben wir am 23. September wieder die Kleidertauschparty „Kleid@Night“ im Alten Dom St. Johannis mitorganisiert. Die Kleidertauschparty ist mittlerweile zu einer richtigen Tradition geworden – besondere Location, kleines Rahmenprogramm mit Ausstellung zu Fast Fashion, Repairstation, foodsharing Verpflegung, Drinks und Austauschmöglichkeit zu nachhaltigem Modekonsum.

Zweimal im Jahr, einmal während der Fashion Revolution Week und einmal während der Fairen Woche, dürft ihr euch auf diesen bunten Kleidertausch freuen! Die fair.friends Mainz – ein Zusammenschluss aus der Fachstelle für Bildung und gesellschaftliche Verantwortung des evangelischen Dekanats Mainz und uns, der BUNDjugend Rheinland-Pfalz, mit Unterstützung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und lieben Ehrenamtlichen, die sich für ein nachhaltiges und faires Mainz einsetzen – organisieren diese Veranstaltung.

Das Prinzip ist einfach: Kleidung, die noch in gutem Zustand ist, kann mitgebracht, geteilt, getauscht und verschenkt werden. Eine gesellige Art, Kleidung ein zweites Leben zu schenken und neue Stücke mitzunehmen, ohne etwas Neues kaufen zu müssen. 

Planung ist Key – denn in einer Kirche findet nicht jeden Tag eine Kleidertauschparty statt… Die Kleiderständer dürfen wir uns glücklicherweise von Staatstheater Mainz leihen. Wurden die Ständer erfolgreich durch die Straßen geschoben, ist die erste Hürde überwunden. Nächste Challenge: Kleiderbügel entwirren – ob mit der Schütteltechnik: erstmal alle Bügel auf dem Boden verteilen und dann einzeln „auflesen“ oder in der Kiste entwirren – wenn die Bügel hängen kommt es zum letzten Schritt: Kleidung sortieren und Aufhängen.

Mensch an Kleiderstange bei Kleidertauschaprty

Während die einen sich um die Kleidung kümmerten, bereiteten die anderen die Ausstellung vor, hängten die letzten Plakate für den Austausch auf, bereiteten Anproben und weitere Kleinigkeiten vor und kreideten in der Stadt.

Es gab auch wieder eine kleine Nähwerkstatt. Fachkundige Unterstützung half direkt vor Ort dabei, Kleidung zu reparieren. So wurde schnell ein Loch gestopft oder ein kleiner Defekt ausgebessert, damit die (neuen) Kleiderschätze direkt getragen werden konnten.

Repairstation bei Kleidertauschparty - zwei Menschen mit Nähmaschine
foodsharing Mainz bei Kleidertauschparty

Auch foodsharing war wieder dabei und versorgte uns bei der Veranstaltung, aber auch für den Heimweg, mit geretteten Lebensmitteln.

Ganz lieben Dank an foodsharing Mainz, dass ihr bei jeder Kleid@Night mit dabei seid und so die Aufmerksamkeit neben nachhaltigem Modekonsum auch auf Lebensmittelverschwendung und den achtsamen Umgang mit Lebensmitteln lenkt!

Menschen bei Kleidertauschparty

Wie schön, dass dieses Mal wieder so viele Menschen aller Generationen dabei waren!

Über den Kleidertausch hinaus haben wir, das dritte Mal in Folge, eine Ausstellung zum Thema Fast Fashion aufgebaut, um sowohl soziale als auch ökologische Folgen aufzuzeigen. 

Einen Einblick in unsere Ausstellung erhältst du hier: Fashion Revolution Week 2026

Tatsächlich hat Fast Fashion erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Sie ist für etwa 10 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 35 % der Kunststoffmikrofasern, die in die Ozeane gelangen, sind auf Kleidung zurückzuführen. 20 % der industriellen Wasserverschmutzung kommt durch die Modeindustrie. 

Diese schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt werden durch die stetig steigende Nachfrage nach Kleidung noch verstärkt. Das, was heute als „Fast Fashion“ bezeichnet wird, also der Verkauf von billiger Kleidung minderer Qualität, hat die Entwicklung neuer Kollektionen und Produkte vorangetrieben und die Branche in den letzten zwanzig Jahren grundlegend verändert. Inzwischen gibt es sogar „Ultra Fashion“, die mithilfe von KI täglich mehrere hundert Kleidungsmodelle entsprechend den aktuellen Trends entwerfen kann. 

Zudem produzieren die meisten Marken aus Industrieländern nicht mehr in dem Land, in dem sie ansässig sind, sondern dort, wo die Lohnkosten am niedrigsten sind und Umwelt- und Sozialstandards praktisch nicht existieren.

Gleichzeitig hat sich das Bewusstsein und die Sensibilität gegenüber ökologischer Produktion durch die wachsende Bedeutsamkeit der Klimabewegung in den letzten Jahren zugenommen. Konsument*innen achten vermehrt auf Siegel und Nachweise bezüglich fairer Produktion. 
Auch Luxusmarken berichten zunehmend über ihr soziales und ökologisches Engagement. So wollen sie den Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht werden.

Leider sind „grüne Kampagnen“ oft nur Greenwashing – Nachhaltigkeit als Immage mit gewohnter, umweltschädlicher Produktion in der Realität.

Quelle: https://www.amisdelaterre.org/campagne/mode-une-tendance-destructrice/

Kleidertauschpartys sind doch ein guter Anfang!
Und wenn du doch was Neues kaufst, mach dich schlau, wie und wo die Kleidung produziert wird. Klingen die Angaben logisch? Wird alles gut sichtbar und transparent dargestellt? Oder gibt es die Kleidung vielleicht sogar Second Hand? Schau in Vintageläden, auf Flohmärkten, auf Onlineplatformen für gebrauchte Kleidung oder veranstalte einfach selbst mit deinen Freund*innen eine kleine Kleidertrauschparty!

Und was ist mit der Kleidung, die du selbst nicht mehr trägst? Gib sie doch am besten wieder zurück in den Kreislauf. Bei unserer Kleidertauschparty wurden einige Ideen gesammelt:

Austausch auf Plakat über Kleidung, die nicht mehr getragen wird
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