Kochen für Mensch und Erde
Wir haben für Mensch und Erde gekocht und dann achtsam unter der Erde gespeist – was für ein toller Workshop und Dinner im Anschluss!
Als Teil der fair.friends Mainz haben wir im Rahmen der GAIA-Ausstellung für Mensch und Erde gekocht – mit wissenschaftlich basiertem Input, Selbstreflexion, Austausch mit anderen Welterbesserer*innen und gemeinsames Herstellen von veganen Aufstrichen und einer veganen Bowl – perfekt für Mealprep. Die Lebensmittel für unseren Workshop waren größtenteils von foodsharing Mainz gerettet, aus dem unverpackt Mainz und Bioladen.
Aber um was geht’s überhaupt?
Die Planetary Health Diet ist ein Ernährungskonzept, das die menschliche Gesundheit bestmöglich mit der ökologischen Belastbarkeit unserer Erde vereint und das wissenschaftlich basiert.
Weitere Infos folgen zeitnah.
Da der Fokus der Planetary Health Diet auf pflanzlichen Lebensmitteln liegt, haben wir hier ein paar Rezepte für euch, die schnell, einfach, fair bzw. mit regionalen/saisonalen Lebensmitteln gelingen.
Wir nehmen Rezepte oft als Inspiration und Grundlage. Schau doch gerne vor dem Kochen, was du eh Zuhause hast und welche Lebensmittel du vielleicht sogar ersetzen kannst. So freuen sich die Lebensmittel, die eh schon da sind, verwertet zu werden, du muust nichts wegwerfen und du kannst sogar noch sparen – win win!
Butter, ob als Kräuter- oder Tomatenbutter, gehört doch zu jedem Buffet dazu. Als Vorspeise, für’s Brot beim Grillen (auch hier gibt es köstliche vegane Rezepte…) oder einfach so dazu.
Eignet sich übrigens auch super zum Anbraten, zum Beispiel von einer Nudel- oder Reispfanne.
Kräuterbutter
- 250g (weiche) vegane Butteralternative
- 30g frische Kräuter (z.B. Schnittlauch, Petersilie, Dill – das, was deine Fensterbank, der Garten oder dein TK-Fach hergibt)
- Knoblauchpulver, Salz, Pfeffer nach Geschmack
Tomatenbutter
- 250g (weiche) vegane Butteralternative
- 3 EL Tomatenmark
- 10 g Basilikum
- 5 getrocknete Tomaten in Öl – gehackt (geht aber auch ohne, dann ggf. etwas mehr Tomatenmark)
- Salz, Pfeffer nach Geschmack
- optional: 1 Zwiebel und 2 Knoblauchzehen (gerieben oder fein gehackt)
Die Kräuter fein hacken und mit den Gewürzen und restlichen Zutaten mischen und abschmecken, dann noch eine Runde in den Kühlschrank, damit die Butter wieder fest wird.
… die Gewürze machen’s. Die Basis von Hummus ist eigentlich immer gleich. Die Variation bekommst du durch die verschiedenen Gewürze, Kräuter und Gemüse, das du je nach Geschmack hinzugibst.
Du brauchst:
- 500g gekochte Kichererbsen aus dem Glas* (oder ca. 200 trockene Kichererbsen selber kochen)
- 5 Knoblauchzehen
- Saft einer halben Zitrone
- 100 ml Olivenöl
- 50g Tahin
- Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
- je nach Geschmack Koriander, Currypulver, Petersilie…
- als Gemüsevariante noch gekochtes püriertes Gemüse deiner Wahl (z.B. rote Beete)
So geht’s:
- Die Kichererbsen abgießen und gut abtropfen lassen (Abtropfwasser auffangen)
- Kichererbsen in eine Schüssel geben, den Knoblauch fein hacken/pressen und mit Gewürzen in die Schüssel geben
- Mit einem Pürierstab/im Standmixer pürieren, dabei Zitronensaft, Olivenöl und Tahin unterrühren, bis zur gewünschten Konsistenz und Geschmack.
- Im Kühlschrank durchziehen lassen, evtl. noch einmal nachwürzen, mehr Öl oder etwas (Erbsen-)Wasser hinzugeben, wenn es zu trocken ist.
Tipp: Hummus kannst du auch süß machen mit Dattel, Zimt und Agavendicksaft/Dattelsüße
* mit dem Kichererbsenwasser kannst du Eischnee perfekt ersetzen. Schau doch mal bei unserem Rezept für Mousse au Chocolat, dann kannst du direkt einen Nachtisch zubereiten.
Du brauchst:
- 40g getrocknete Tomaten
- 1 Schalotte
- 1 Knobizehe
- 1 EL Kokosöl (so bleibt es am Ende sämig, kann aber auch durch Olivenöl ersetzt werden)
- 2 EL Olivenöl
- Thymian, Salz, Zitronenzesten
- 100g rohe bzw. 300g gekochte Berglinsen (Belugalinsen gehen auch, rote/gelbe Linsen sind weicher und verändern die Konsistenz)
Und so geht’s:
- Linsen kochen
- Tomaten ohne Öl mit kochendem Wasser übergießen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Anschließend abgießen und gut auspressen. Wenn du getrocknete Tomaten in Öl verwendest, fällt das Einweichen weg, dafür kannst du beim restlichen Öl etwas reduzieren.
- Schalotte und Knoblauch fein würfeln und mit dem Kokos- und Olivenöl und Thymian mit 1/2 TL Salz bei mittlerer Hitze 5 Minuten leicht anbräunen. Anschließend Pfanne vom Herd nehmen, leicht abkühlen lassen. Wenn du einen Thymianzweig verwendet hast, jetzt rausnehmen.
- Die Masse mit Linsen, Tomaten und Zitronenzesten fein pürieren.
- Bei Bedarf mit Salz und Gewürzen nach Gusto nachwürzen
Aufstrich hält sich in sauberen, gut verschlossenen Gläsern bis zu 14 Tage und kann sogar eingefroren werden. Aber mal ehrlich, der Aufstrich ist so lecker und eignet sich auch super zum Dippen von Rohkost, da gibt es selten Reste…
Du brauchst:
- 3 große Möhren (insgesamt zwischen 350g und 400g)
- 2 EL Walnusskerne
- 5 getrocknete Tomaten in Öl
- 3 EL Öl
- etwas Kürbiskernöl
- Salz, Pfeffer
- optional 1 EL Hefeflocken
Und so geht’s:
- Möhren in Scheiben schneiden und in Salzwasser weichkochen
- Walnusskerne leicht anrösten
- Tomaten in Streifen schneiden
- alle Zutaten mit Pürierstab oder Standmixer zu einer sämigen Masse pürieren
In Mainz wohl nicht mehr wegzudenken: Brezeln mit Spundekäs.
Die meisten Brezeln sind vegan – um sicher zu sein frag bei der Backstube deines Vertrauens lieber nach oder schaue auf die Zutatenliste. Manchmal versteckt sich doch tatsächlich Ei, Milch, Butter oder sogar Schweineschmalz im Teig.
Um den perfekten veganen Spundekäs hinzubekommen brauchst du folgende Zutaten:
- 75g (weiche) vegane Butteralternative
- 150g vegane Frischkäsealternative
- 100g veganen Creme fraîche
- 1-2 gehackte Knobizehen oder eine geriebene Zwiebel
- Senf, Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß und Cayennepfeffer nach Geschmack
Alle Zutaten mischen und für die perfekte Konsistenz einige Stunden kaltstellen.
Natürlich sind industriell verarbeitete Lebensmittel nicht optimal und es gibt viele leckere Rezepte ohne vegane Ersatzprodukte. Und trotzdem darf es Lieblingsrezepte auch in veganer Variante geben.
Du brauchst:
- 20 g ÖL
- 1 TL Salz (optimalerweise Rauchsalz)
- ¼ TL Pfeffer
- 3 TL Majoran
- 1 Glas Kidneybohnen (oder 100 g roh + selbst kochen)
- 1 rote Zwiebel (etwa 80 g)
- 200 g Räuchertofu
- Petersilie (2 Stängel)
- 1 EL Sojasauce
So geht’s:
- Zwiebeln in ausreichend Öl glasig braten, Tofu dazugeben und mitbraten bis beides goldbraun ist, dann mit Sojasauce ablöschen
- Kidneybohnen mit Zwiebeln, Tofu, dem restlichen Öl, den Gewürzen und der gehackten Petersilie pürieren.
- Wenn die Konsistenz es zu fest ist, mehr Öl oder etwas Wasser (frisch oder von den Bohnen) dazugeben.
- Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen.
Das Tolle ist, eine Bowl ist schnell zubereitet und auch als Mealprep wunderbar geeignet – das Dressing immer frisch dazu, damit nichts durchweicht.
Die perfekte Bowl besteht aus:
- 25% vollwertigen Kohlenhydraten (z.B. Quinoa, Naturreis, Buchweizen, Vollkorn-Couscous)
- 25% pflanzliches Protein (z.B. Bohnen, Kichererbsen, Tofu)
- 50% buntes Gemüse (am besten eine Mischung aus roh und geröstet)
- On top: Dressing deiner Wahl und ggf. Toppings wie geröstete Nüsse/Kerne
Was geben Kühlschrank und Speisekammer her? Was hast du aus dem Fairteiler mitgenommen? Deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist alles, was dir schmeckt! Auch beim Dressing darf experimentiert werden. Vielleicht ein Marmeladenrest gemischt mit Öl und Zitronensaft oder doch lieber ein Nussmus mit (veganem) Joghurt? Probier einfach aus, was du am liebsten magst.
Experimentieren ist nicht so deins? Natürlich findest du auch viele Bowlrezepte mit konkreten Zutaten-Angaben. Der Nachteil: Oft hast du dann wieder Reste, die anderweitig verwertet werden müssen – dann doch lieber Rezepte als Inspiration nutzen und die Bowl an sich zum Resteverwerten…
Viel Spaß beim „Kochen“!
Super, wenn du dein Mousse au Chocolat ohne tierische Lebensmittel herstellen möchtest! Hast du dir schon überlegt, welche Schokolade du verwenden möchtest? Da Schokoldae eigentlich immer aus dem globalen Süden kommt, lohnt sich ein Blick auf die Herkunft und Herstellungsbedingungen. Wir empfehlen faire Bioschokolade – damit weder Kakaobäuer*innen noch unser Planet für unseren Genuss ausgebeutet wird.
Option eins: mit Aquafaba (Kichererbsenwasser)
Liebingsnachtisch und das in vegan? Na klar! Und das sogar aus etwas, das die meisten menschen wegschütten. Das Abtropfwasser von Kichererbsen Kichererbsenwasser, auch Aquafaba genannt, eignet sich hervorragend als Eischnee-Ersatz, weil sie der chemischen Zusammensetzung von Hühnereiweis stark ähnelt.
Du brauchst:
- 150g Schokolade (zartbitter)
- 75g Zucker
- Kichererbsenwasser von einem Glas Kichererbsen (Zimmertemperatur)
- 50ml Haffermilch
- eine Prise Zimt
So geht’s:
- Schmelze die Schokolade mit der Hafermilch (am besten in einem Wasserbad) und lasse sie anschließend abkühlen
- Schlage das Kicherbsenwasser, am besten mit einem Handmixer in einem hohen Gefäß, steif (es sollte weiß und fest werden und dauert ca. 7-10 Minten) – währendessen den Zucker nach und nach zugeben
- Die feste Masse mit einem Spatel unter die abgekühlte Schokolade heben und mit Zimt abschmecken
- 2-4 Stunden in den Kühlschrank geben, damit die Konsistenz fester wird
Option zwei: mit Seidentofu
Kein Kichererbsenwasser übrig oder Lust auf ein Kichererbsengericht oder Hummus? Noch ein Seidentofu im Kühlschrank, der verwertet werden möchte? Dann ist dieses Mousse au Chocolat-Rezept genau das Richtige für dich!
Du brauchst:
- 400g Seidentofu
- 300g Schokolade (zartbitter)
- (Vanille-)zucker nach Geschmack
So geht’s:
- Schmelze die Schokolade (am besten in einem Wasserbad) und lasse sie anschließend abkühlen
- Seidentofu, Schokolade und Zucker (am besten im Standmixer) gut durchmixen
- 2-4 Stunden in den Kühlschrank geben, damit die Konsistenz fester wird
Wieso, weshalb, warum?
.. und warum gibt’s hier nichts mit Cashews? Die sind doch gesund und in vielen veganen Rezepten zu finden. Sie enthalten etwa 20% pflanzliches Eiweiß und, ungesättigte Fettsäuren, sind reich an Magnesium, Kalium, Phosphor und Eisen und sogar die Aminosäure Tryptophan, aus dem im Körper das Glückshormon Serotonin gebildet wird.
ABER: Cashews bringen eine relativ aufwändige (ineffiziente) und gesundheitsgefährdende Ernte mit sich. Daher auf bio und fairtrade achten. Das macht sich preislich natürlich bemerkbar. Deshlab haben wir bei unseren Rezeptvorschlägen auf Cashews als Zutat verzichtet.
Möchtest du dennoch Cashews für deine Gerichte nutzen, zum Beispiel als Topping bei einer Bowl oder bei Ausfstrichen: in Maßen genießen und auf die Herkunft achten.
Wir nehmen hier Hülsenfrüchte statt Hackfleisch – das spart im Vergleich einen großen Teil an CO2 und Wasser.
Vollkornmehl statt Weißmehl liefert mehr Ballaststoffe und sättigt länger.
Wir kombinieren Gemüse mit Öl damit die Vitamine aufgenommen werden können (bei Vitamin A)
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