Suche

Kochen für Mensch und Erde

Allgemein,  Nachhaltigkeit,  Workshop

Wir haben für Mensch und Erde gekocht und dann achtsam unter der Erde gespeist – was für ein toller Workshop und Dinner im Anschluss!

veganes Buffet unter beleuchteter Erdkugel "GAIA" mit der Beschriftung: Kochen für Mensch und Erde

Als Teil der fair.friends Mainz haben wir im Rahmen der GAIA-Ausstellung für Mensch und Erde gekocht – mit wissenschaftlich basiertem Input, Selbstreflexion, Austausch mit anderen Welterbesserer*innen und gemeinsames Herstellen von veganen Aufstrichen und einer veganen Bowl – perfekt für Mealprep! Die Lebensmittel für unseren Workshop waren größtenteils von foodsharing Mainz gerettet, aus dem unverpackt Mainz und dem Bioladen.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach. Unser Workshop begann mit der Frage:

Was erstmal nach einer merkwürdigen Frage klingt, sagt erstaunlich viel über die Teilnehmenden und ihr aktuelles Befinden aus. Während knackiges Gemüse für Rohkostsalat anwesend war, gab es auch Kartoffelbrei und Lauch, der erstmal in Ruhe ankommen durfte, bevor er bereit war im Workshop durchzustarten. Und nach welchem Gericht fühlst du dich gerade…?

Okay, aber um was geht’s hier überhaupt? Bevor es an’s Praktische in der Küche ging, haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie wir uns gesund und nachhaltig ernähren können. Antworten liefert die Planetary Health Diet.

Da der Fokus der Planetary Health Diet auf pflanzlichen Lebensmitteln liegt, haben wir hier ein paar Rezepte für euch, die schnell, einfach, fair bzw. mit regionalen/saisonalen Lebensmitteln gelingen.

Wir nehmen Rezepte oft als Inspiration und Grundlage. Schau doch gerne vor dem Kochen, was du eh Zuhause hast und welche Lebensmittel du vielleicht sogar ersetzen kannst. So freuen sich die Lebensmittel, die eh schon da sind, verwertet zu werden, du musst nichts wegwerfen und kannst sogar noch sparen – win win!

Butter, ob als Kräuter- oder Tomatenbutter, gehört doch zu jedem Buffet dazu. Als Vorspeise, für’s Brot beim Grillen (auch hier gibt es köstliche vegane Rezepte…) oder einfach so dazu.
Eignet sich übrigens auch super zum Anbraten, zum Beispiel von einer Nudel- oder Reispfanne.

  • 250g (weiche) vegane Butteralternative
  • 30g frische Kräuter (z.B. Schnittlauch, Petersilie, Dill – das, was deine Fensterbank, der Garten oder dein TK-Fach hergibt)
  • Knoblauchpulver, Salz, Pfeffer nach Geschmack
  • 250g (weiche) vegane Butteralternative
  • 3 EL Tomatenmark
  • 10 g Basilikum
  • 5 getrocknete Tomaten in Öl – gehackt (geht aber auch ohne, dann ggf. etwas mehr Tomatenmark)
  • Salz, Pfeffer nach Geschmack
  • optional: 1 Zwiebel und 2 Knoblauchzehen (gerieben oder fein gehackt)

Die Kräuter fein hacken und mit den Gewürzen und restlichen Zutaten mischen und abschmecken, dann noch eine Runde in den Kühlschrank, damit die Butter wieder fest wird.

… die Gewürze machen’s. Die Basis von Hummus ist eigentlich immer gleich. Die Variation bekommst du durch die verschiedenen Gewürze, Kräuter und Gemüse, das du je nach Geschmack hinzugibst.

Du brauchst:

  • 500g gekochte Kichererbsen aus dem Glas* (oder ca. 200 trockene Kichererbsen selber kochen)
  • 5 Knoblauchzehen
  • Saft einer halben Zitrone
  • 100 ml Olivenöl
  • 50g Tahin
  • Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
  • je nach Geschmack Koriander, Currypulver, Petersilie…
  • als Gemüsevariante noch gekochtes püriertes Gemüse deiner Wahl (z.B. rote Beete)

So geht’s:

  • Die Kichererbsen abgießen und gut abtropfen lassen (Abtropfwasser auffangen)
  • Kichererbsen in eine Schüssel geben, den Knoblauch fein hacken/pressen und mit Gewürzen in die Schüssel geben
  • Mit einem Pürierstab/im Standmixer pürieren, dabei Zitronensaft, Olivenöl und Tahin unterrühren, bis zur gewünschten Konsistenz und Geschmack.
  • Im Kühlschrank durchziehen lassen, evtl. noch einmal nachwürzen, mehr Öl oder etwas (Erbsen-)Wasser hinzugeben, wenn es zu trocken ist.

Tipp: Hummus kannst du auch süß machen mit Dattel, Zimt und Agavendicksaft/Dattelsüße

* mit dem Kichererbsenwasser kannst du Eischnee perfekt ersetzen. Schau doch mal bei unserem Rezept für Mousse au Chocolat, dann kannst du direkt einen Nachtisch zubereiten.

Du brauchst:

  • 40g getrocknete Tomaten
  • 1 Schalotte
  • 1 Knobizehe
  • 1 EL Kokosöl (so bleibt es am Ende sämig, kann aber auch durch Olivenöl ersetzt werden)
  • 2 EL Olivenöl
  • Thymian, Salz, Zitronenzesten
  • 100g rohe bzw. 300g gekochte Berglinsen (Belugalinsen gehen auch, rote/gelbe Linsen sind weicher und verändern die Konsistenz)

Und so geht’s:

  • Linsen kochen
  • Tomaten ohne Öl mit kochendem Wasser übergießen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Anschließend abgießen und gut auspressen. Wenn du getrocknete Tomaten in Öl verwendest, fällt das Einweichen weg, dafür kannst du beim restlichen Öl etwas reduzieren.
  • Schalotte und Knoblauch fein würfeln und mit dem Kokos- und Olivenöl und Thymian mit 1/2 TL Salz bei mittlerer Hitze 5 Minuten leicht anbräunen. Anschließend Pfanne vom Herd nehmen, leicht abkühlen lassen. Wenn du einen Thymianzweig verwendet hast, jetzt rausnehmen.
  • Die Masse mit Linsen, Tomaten und Zitronenzesten fein pürieren.
  • Bei Bedarf mit Salz und Gewürzen nach Gusto nachwürzen

Aufstrich hält sich in sauberen, gut verschlossenen Gläsern bis zu 14 Tage und kann sogar eingefroren werden. Aber mal ehrlich, der Aufstrich ist so lecker und eignet sich auch super zum Dippen von Rohkost, da gibt es selten Reste…

Du brauchst:

  • 3 große Möhren (insgesamt zwischen 350g und 400g)
  • 2 EL Walnusskerne
  • 5 getrocknete Tomaten in Öl
  • 3 EL Öl
  • etwas Kürbiskernöl
  • Salz, Pfeffer
  • optional 1 EL Hefeflocken

Und so geht’s:

  • Möhren in Scheiben schneiden und in Salzwasser weichkochen
  • Walnusskerne leicht anrösten
  • Tomaten in Streifen schneiden
  • alle Zutaten mit Pürierstab oder Standmixer zu einer sämigen Masse pürieren

In Mainz wohl nicht mehr wegzudenken: Brezeln mit Spundekäs.

Die meisten Brezeln sind vegan – um sicher zu sein frag bei der Backstube deines Vertrauens lieber nach oder schaue auf die Zutatenliste. Manchmal versteckt sich doch tatsächlich Ei, Milch, Butter oder sogar Schweineschmalz im Teig.

Um den perfekten veganen Spundekäs hinzubekommen brauchst du folgende Zutaten:

  • 75g (weiche) vegane Butteralternative
  • 150g vegane Frischkäsealternative
  • 100g veganen Creme fraîche
  • 1-2 gehackte Knobizehen oder eine geriebene Zwiebel
  • Senf, Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß und Cayennepfeffer nach Geschmack

Alle Zutaten mischen und für die perfekte Konsistenz einige Stunden kaltstellen.

Natürlich sind industriell verarbeitete Lebensmittel nicht optimal und es gibt viele leckere Rezepte ohne vegane Ersatzprodukte. Und trotzdem darf es Lieblingsrezepte auch in veganer Variante geben.

Du brauchst:

  • 20 g ÖL
  • 1 TL Salz (optimalerweise Rauchsalz)
  • ¼ TL Pfeffer
  • 3 TL Majoran
  • 1 Glas Kidneybohnen (oder 100 g roh + selbst kochen)
  • 1 rote Zwiebel (etwa 80 g)
  • 200 g Räuchertofu
  • Petersilie (2 Stängel)
  • 1 EL Sojasauce

So geht’s:

  • Zwiebeln in ausreichend Öl glasig braten, Tofu dazugeben und mitbraten bis beides goldbraun ist, dann mit Sojasauce ablöschen
  • Kidneybohnen mit Zwiebeln, Tofu, dem restlichen Öl, den Gewürzen und der gehackten Petersilie pürieren.
  • Wenn die Konsistenz es zu fest ist, mehr Öl oder etwas Wasser (frisch oder von den Bohnen) dazugeben.
  • Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen.

Hast du Tofu schon mal selbst gemacht? Tofu lässt sich eigentlich aus allen Hülsenfrüchten herstellen. Hier ein Rezept für Linsen-Tofu – unserer Meinung nach gelingsicher!

Dieses Rezept ergibt 3-4 Blöcke (je nach Dosengröße)


Du brauchst:

  • 1 Tassen rote Linsen (ca. 250g) oder andere Hülsenfrücht
  • 2 Tassen Wasser + 3 Tassen Einweichwasser für Linsen
  • 3 TL Zwiebelpulver (oder 1 frische Zwiebel anbraten)
  • 2 TL Knoblauchpulver (oder 1 Zehe anbraten)
  • 3 TL Currypulver
  • 2 TL Salz, ggf. Rauchsalz
  • 3 TL Paprikapulver
  • ½-1 TL Pfeffer
  • 2 EL Sojasauce
  • Weitere Gewürze nach Geschmack

So geht’s:

  • Linsen über Nacht in der dreifachen Menge Wasser einweichen, dann abschütten und ein bis zweimal abwaschen
  • mit Gewürzen, bzw. gebratenen Zwiebeln und Knoblauch und 2 Tassen Wasser fein pürieren, bis eine homogene Masse entsteht
  • bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten unter ständigem Rühren andicken lassen, bis Flüssigkeit verdampft ist (wird zäh/klebrig)
  • in eingeölte, quaderförmige Gefäße (am Besten Dose mit Deckel) 2-3 cm dick einfüllen und dabei gut festdrücken, damit es nach dem Abkühlen zusammenhält
  • bbkühlen lassen und zum Servieren z.B. in Scheiben schneiden, oder als Würfel in etwas Öl anbraten/im Ofen bräunen.

Perfekt für eine Bowl, Gemüsepfanne oder auch einfach aus’s Brot 😋

Das Tolle ist, eine Bowl ist schnell zubereitet und auch als Mealprep wunderbar geeignet – das Dressing immer frisch dazu, damit nichts durchweicht.

Die perfekte Bowl besteht aus:

  • 25% vollwertigen Kohlenhydraten (z.B. Quinoa, Naturreis, Buchweizen, Vollkorn-Couscous)
  • 25% pflanzliches Protein (z.B. Bohnen, Kichererbsen, Tofu)
  • 50% buntes Gemüse (am besten eine Mischung aus roh und geröstet)
  • On top: Dressing deiner Wahl und ggf. Toppings wie geröstete Nüsse/Kerne

Was geben Kühlschrank und Speisekammer her? Was hast du aus dem Fairteiler mitgenommen? Deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist alles, was dir schmeckt! Auch beim Dressing darf experimentiert werden. Vielleicht ein Marmeladenrest gemischt mit Öl und Zitronensaft oder doch lieber ein Nussmus mit (veganem) Joghurt? Probier einfach aus, was du am liebsten magst.

Experimentieren ist nicht so deins? Natürlich findest du auch viele Bowlrezepte mit konkreten Zutaten-Angaben. Der Nachteil: Oft hast du dann wieder Reste, die anderweitig verwertet werden müssen – dann doch lieber Rezepte als Inspiration nutzen und die Bowl an sich zum Resteverwerten…

Viel Spaß beim „Kochen“!

Super, wenn du dein Mousse au Chocolat ohne tierische Lebensmittel herstellen möchtest! Hast du dir schon überlegt, welche Schokolade du verwenden möchtest? Da Schokoldae eigentlich immer aus dem globalen Süden kommt, lohnt sich ein Blick auf die Herkunft und Herstellungsbedingungen. Wir empfehlen faire Bioschokolade – damit weder Kakaobäuer*innen noch unser Planet für unseren Genuss ausgebeutet wird.

Liebingsnachtisch und das in vegan? Na klar! Und das sogar aus etwas, das die meisten menschen wegschütten. Das Abtropfwasser von Kichererbsen Kichererbsenwasser, auch Aquafaba genannt, eignet sich hervorragend als Eischnee-Ersatz, weil sie der chemischen Zusammensetzung von Hühnereiweis stark ähnelt.

Du brauchst:

  • 150g Schokolade (zartbitter)
  • 75g Zucker
  • Kichererbsenwasser von einem Glas Kichererbsen (Zimmertemperatur)
  • 50ml Haffermilch
  • eine Prise Zimt

So geht’s:

  • Schmelze die Schokolade mit der Hafermilch (am besten in einem Wasserbad) und lasse sie anschließend abkühlen
  • Schlage das Kicherbsenwasser, am besten mit einem Handmixer in einem hohen Gefäß, steif (es sollte weiß und fest werden und dauert ca. 7-10 Minten) – währendessen den Zucker nach und nach zugeben
  • Die feste Masse mit einem Spatel unter die abgekühlte Schokolade heben und mit Zimt abschmecken
  • 2-4 Stunden in den Kühlschrank geben, damit die Konsistenz fester wird
Zutaten für Nachtisch werden mit eingespannter Gabel in Bormaschine verrührt

Kleiner Funfact am Rande:

Für das vegane/faire Buffet unseres Achtsamkeitsdinners haben unsere FÖJies das Mousse au Chocolat Rezept mit Aquafaba ausprobiert. In der Büro-Küche gab es aber leider keinen Mixer – so wurde kurzerhand eine Bohrmaschinen-Gabel-Konstruktion getestet. In der Theorie praktikabel, in der Praxis dann doch irgendwie unpraktisch, also wurde mit Schneebesen und per Hand aufgeschlagen. Ein kleiner Kraftakt, hat aber super funktioniert und das Mousse au Chocolat war köstlich!

Kein Kichererbsenwasser übrig oder Lust auf ein Kichererbsengericht oder Hummus? Noch ein Seidentofu im Kühlschrank, der verwertet werden möchte? Dann ist dieses Mousse au Chocolat-Rezept genau das Richtige für dich!

Du brauchst:

  • 400g Seidentofu
  • 300g Schokolade (zartbitter)
  • (Vanille-)zucker nach Geschmack

So geht’s:

  • Schmelze die Schokolade (am besten in einem Wasserbad) und lasse sie anschließend abkühlen
  • Seidentofu, Schokolade und Zucker (am besten im Standmixer) gut durchmixen
  • 2-4 Stunden in den Kühlschrank geben, damit die Konsistenz fester wird

Du brauchst:

  • 90g Dattelsüße
  • 60g Haselnüsse
  • 100g Schokolade (zartbitter)
  • 70g vegane Butteralternative
  • 100ml Hafermilch

Schau, was du da hast! Dattelsüße kannst du mit Zucker ersetzt, statt Haselnüssen kannst du auch andere Nüsse oder Mandeln verwenden und statt Hafermilch geht natürlich auch der Pflanzendrink deines Vertrauens – ggf. brauchst du etwas mehr/weniger Flüssigkeit, wenn du die Zutaten variierst.

Und so geht’s:

  • Alles ab in den Mixer und zu einem homogenen Aufstrich verarbeiten
  • bereits gemahlene Nüsse und geschmolzene Schokolade können eine Alternative sein, wenn du keinen leistungsstarken Mixer hast.

Im Anschluss wurden die veganen Kreationen unter der Weltkugel verköstigt. Unter dem Motto „Eat, Meet, Talk – achtsam genießen unter der Erde“, haben wir unsere Workshop-Runde für ein Achtsamkeitsdinner geöffnet.

Weitere leckere, vegane und faire Buffetbeiträge wurden mitgebracht und so haben wir gemeinsam einen sorgsamen Blick auf unseren Teller und unsere Erde geworfen und uns im Rahmen der fairen Woche einmal mehr bewusst gemacht, wie alles zusammenhängt.

Wieso, weshalb, warum?

Downloads zum Thema

Vorheriger ArtikelBUNDjugend Rheinland-Pfalz goes Campsite Nächster ArtikelKleid@Night – Faire Woche 2026