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Erdüberlastungstag 2026

Allgemein,  Klima,  Nachhaltigkeit,  Politik

Unser Kleiderkonsum wächst, unsere Erde nicht! Anlässlich des deutschen Erdüberlastungstags haben wir als Teil des Bündnisses „Rheinland-Pfalz bewegt was“ mit einem Berg aus Altkleidung auf das Problem von Fast Fashion aufmerksam gemacht. Ein Konsumbereich mit drastischen Folgen für unseren Planeten.

Protest gegen Fast Fashion mit Banner und Altkleiderberg

Mit großen Kleiderbergen im öffentlichen Raum haben wir als Teil des Aktionsbündnisses „Rheinland-Pfalz bewegt was“ am 9. Mai in Mainz und Koblenz auf die drastischen Folgen unseres Kleidungskonsums aufmerksam gemacht. Anlass war der deutsche Erdüberlastungstag, der in diesem Jahr auf den 10. Mai fiel. Würden alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften wie wir in Deutschland, wären ab diesem Tag alle erneuerbaren Ressourcen aufgebraucht, die eigentlich für das gesamte Jahr reichen müssten. Ab dann leben wir auf Kosten anderer – insbesondere der Menschen im Globalen Süden und zukünftiger Generationen.

Im Zentrum der Aktion stand ein großer Kleiderberg aus gesammelten Altkleidern, die symbolisch den enormen Ressourcenverbrauch der Modeindustrie darstellten. Kaum ein Konsumbereich hat in den letzten Jahren so stark an Dynamik gewonnen wie die sogenannte „Fast Fashion“. „Wir tun so, als hätten wir drei Planeten, dabei haben wir nur einen“, betont Edda Treiber von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V. und Sprecherin des Aktionsbündnisses.

Fast Fashion steht für ein System, das auf Verschwendung basiert. Für unsere Kleidung werden große Mengen Wasser, Energie und Rohstoffe benötigt, während gleichzeitig weltweit Menschen unter schlechten Arbeitsbedingungen Kleidung für den globalen Markt produzieren. „Wir kaufen billig – doch den wahren Preis zahlen andere: Menschen im Globalen Süden und die Umwelt“, so Erik Dolch vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz e.V.

Wir als Bündnis rufen dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Konsum zu hinterfragen – weniger kaufen, länger nutzen, reparieren oder tauschen. Gleichzeitig darf die Verantwortung für einen Wandel nicht allein bei den Konsument*innen liegen. Denn diese stehen am Ende einer komplexen globalen Lieferkette, auf deren Bedingungen sie nur begrenzten Einfluss haben. „Es ist wichtig, das eigene Verhalten zu hinterfragen – aber es reicht nicht aus, die Verantwortung allein auf Einzelne abzuwälzen“, so Lea Kessler von der BUND Regionalgruppe Koblenz. Ein grundlegender Wandel in der Modeindustrie kann nur gelingen, wenn politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die soziale und ökologische Standards verbindlich machen und nachhaltige Alternativen stärken.

Hintergrund

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise haben. Neben dem globalen Erdüberlastungstag werden auch die länderspezifischen Erdüberlastungstage errechnet.

Im Aktionsbündnis RLP bewegt was haben sich verschiedene Umwelt- und Bildungsorganisationen sowie kirchliche Gruppen zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis wird koordiniert von der Eine Welt-Fachpromotorin für Klimagerechtigkeit und globale Ressourcen in Rheinland-Pfalz. Sie vernetzt Akteur:innen der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und unterstützt bürgerschaftliches Engagement durch Beratungs- und Koordinationsangebote.

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