BUNDjugend  
It is time to slow down!

Postwachstum und Suffizienz

Immer mehr, immer weiter, immer schneller…?! Wirtschaftswachstum ist ein
grundlegendes Ziel von Wirtschaftspolitik. Doch die negativen Auswirkungen einer stetig wachsenden Wirtschaft zeigen sich in dem immer höheren Ressourcenverbrauch genauso wie in steigenden Schadstoffemissionen. Klar ist: Ein unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten ist nicht möglich.

Deshalb setzt sich die Degrowth- oder Postwachstumsbewegung für solidarische Formen des Wirtschaftens innerhalb der planetaren Grenzen und jenseits des Wachstums ein. Es geht um das gute Leben für alle – statt Überfluss für die einen und existenziellem Mangel für die anderen.
Ein wesentlicher Begriff in der Diskussion um Postwachstum und Nachhaltigkeit ist Suffizienz: Zielen Nachhaltigkeitsstrategien heute häufig darauf ab, ökologische Probleme allein durch bessere, effizientere Technik zu lösen, geht es bei Suffizienz um ein Weniger im Verbrauch – denn in einer wachstumsorientierten Wirtschaft werden durch Effizienz gewonnene Verbesserungen durch ein Mehr an Verbrauch wieder aufgehoben (Rebound-Effekt). So sind Autos heute viel effizienter als früher, da sie aber auch schwerer und größer geworden sind, verbrauchen sie häufig immer noch das Gleiche. Suffizienz zielt dann – um im Beispiel zu bleiben – darauf ab, Autos wieder
kleiner und leichter zu machen (bzw. auf Autos weitgehend zu verzichten).
Ein wichtiger Ansatz der Postwachstumsbewegung sind Versuche, alternative Modelle des Wirtschaftens im Kleinen schon heute zu realisieren – zum Beispiel in Repair Cafés, Solidarischer Landwirtschaft, Gemeinschaftsgärten und Umsonstläden sowie bei Kleidertauschpartys und Skillsharingabenden. Auch du kannst dich in Projekte dieser Art einbringen oder selbst welche initiieren, beispielsweise in einer BUNDjugend-Ortgruppe.

Es kann sich viel verändern, packen wir es an!

Postwachstumstheorie – eine elitäre Utopie?
Niko Hübner aus dem BUNDjugend Bundesvorstand diskutiert in einem kurzen Beitrag, ob die Postwachstumsökonomie ein Projekt von Eliten und Bessergestellten ist und die von Suffizienztheoretiker*innen wie Niko Paech geforderten radikalen neuen Lebens- und Konsumweisen tatsächlich realistisch sind. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die Lebensrealität von Jugendlichen: Stoßen wir bei der Umsetzung von nachhaltigen Lebensstilen an unsere Grenzen? Sind Kleidertauschpartys, Lebensmittelkooperativen und der Verzicht auf Flugreisen tatsächlich schon ausreichend, um diese Erde noch zu retten? Oder müssten wir nicht viel herrschafts- und systemkritischer denken?
Den ganzen Artikel könnt ihr mit freundlicher Genehmigung des Verlags hier herunterladen. Er ist erschienen im Buch: TREE OF HOPE. Globales Denken und lokales Handeln, Bremen 2015. Das gesamte Buch ist hier erhältlich: www.kellnerverlag.de

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